6. Schulzeit und Rhythmisierung

Antragsvoraussetzungen

Qualitätskriterium 1:
Elemente eines Zeitkonzepts sind vorhanden: Abstimmung zwischen Schulbeginn, Unterricht, Pausen, Mittagspause, Angeboten.

Ausführung, Erklärung

Der Ablauf eines Schultages an einer Schule mit Ganztagsangebot muss im Vergleich zu einer Schule, welche nur am Schulvormittag stattfindet, angepasst und geändert werden. Nicht zuletzt, weil eine Mittagspause, in der auch ein Mittagessen eingenommen werden kann und sich Zeit für eine Erholungsphase bietet, eingeplant werden muss. Zudem sollte der Biorhythmus bei der Planung der Stundentafel soviel Beachtung wie möglich finden - Phasen der hohen Konzentration sollten also eher am Schulvormittag vorgesehen werden. Ein Wechsel von Anspannung und Entspannung, Bewegungsphasen und freie Lernzeit können schrittweise eingeführt werden.

Beispiele:
• Beginnt der Schultag mit einem offenen Anfang?
• Welchen Stundenrhythmus haben wir? (45 Min., 60 Min., 90 Min. ...)
• Haben unsere Schüler ausreichend Zeit zum Mittagessen? (Gehen alle zur gleichen Zeit, haben wir einen "Schichtbetrieb"...?)
• Haben unsere Schüler ausreichend Zeit, um eine Erholungspause zu genießen? (Ist die Zeit am Stück oder durch das Mittagessen stark unterbrochen?)
• Gibt es in der Mittagepause Angebote zur Gestaltung der (aktiven) Pause?
• Werden auch im Unterricht Bewegungsspiele oder aktive Arbeitsphasen eingebaut?

Weiterführende Informationen

Qualitätskriterium 2:
Erste Schritte eines Rhythmisierungskonzepts.

Ausführung, Erklärung

An Ganztagsschulen gibt es mehr Zeit. Diese Zusätzliche Zeit kann genutzt werden, um in verschiedenen Bereichen pädagogische Konzepte einer Rhythmisierung umzusetzen. Betroffen ist die Organisation des Unterrichts und Lernens, die Organisation der Schule und die Organisation des Personals. In allen Bereichen kann eine ganztägig arbeitende Schule von Rhythmisierungskonzepten profitieren.

Unterricht und Lernen: Verschiedene Arbeitsphasen mit variabler Methodik können etabliert werden. Dazu zählen z. B. Projektarbeiten, eigenständige Teamarbeiten, Wechsel der Arbeitsphasen.

Schule: Welche Formen der Rhythmisierung finden sich im Schulalltag wieder? Pausen- und Unterrichtszeiten (Taktung 45 oder 60 Minuten?), Rituale beim Mittagessen, über das Jahr verteilte Projektphasen, Projektthemen fächerübergreifend organisiert - all das kann Rhtyhmisierung sein.

Personal: Das Verständnis von einer veränderten Lehrerrolle ist für die Entwicklung guter Ganztagsschulen von großer Bedeutung. Die Bereitschaft im Team mit außerschulischen Partnern und Betreuungspersonal zu arbeiten, andere Anwesenheitszeiten in der Schule, Bereitschaft zu neuen Methoden, spielen bei der Umsetzung einer neuen Zeitstruktur eine entscheidende Rolle.

Rhythmisierung drückt sich auch durch ein verändertes Verständnis von Bildung aus. Wo mehr Zeit zur Verfügung steht, kann anders gelernt und anders gelebt werden. Die Ganztagsschule muss diese Räume schaffen, um einen Ausgleich zwischen Unterricht und freien Angeboten zu gestalten. Das mehr an Zeit in der Schule, darf für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrinnen und Lehrer nicht mehr Stress bedeuten. Ein Rhythmisierungskonzept sollte das Gegenteil ermöglichen.


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