Hessisches Landesprogramm

1. Was ist der Unterschied zwischen Schulen mit Ganztagsangeboten und Ganztagsschulen?

Schulen mit Ganztagsangeboten (Profil 1 und 2 im Qualitätsrahmen für die Profile ganztägig arbeitender Schulen) orientieren sich überwiegend an der klassischen Unterrichtsstruktur der Halbtagsschule und bieten nach dem Mittagessen ein zusätzliches, freiwilliges Nachmittagsprogramm (Was ist eine Ganztagsschule). Jeweils zu Beginn des Schuljahres (an einigen Schulen halbjährlich) entscheiden die Eltern, ob ihre Kinder das Ganztagsangebot wahrnehmen.

In Ganztagsschulen (Profil 3 im Qualitätsrahmen für die Profile ganztägig arbeitender Schulen) findet der Unterricht auf den Tag verteilt statt, die klassische Einteilung in 45-Minuten-Einheiten kann aufgelöst werden. Das gesamte Tagesprogramm - auch rhythmisierter Tagesablauf genannt - ist für alle Schülerinnen und Schüler verpflichtend.

Näheres zu den Bestimmungen des Qualitätsrahmens findet sich in der Richtlinie für ganztägig arbeitende Schulen.

Richtlinie für ganztägig arbeitende Schulen in Hessen nach § 15 Hessisches Schulgesetz, Erlass vom 01.11.2011 (Quelle: HKM)
Qualitätsrahmen für die Profile ganztägig arbeitender Schulen, Anlage RL 2011, 01.11.2011 (Quelle: HKM)

2. Betreute Grundschule und Ganztagsschule im Landesprogramm, wo ist da der Unterschied?

Die Betreute Grundschule als Angebot des Schulträgers und das Ganztagsschulangebot des Landes Hessen sind zwei verschiedene Programme.

Die Betreute Grundschule wird, meist finanziell unterstützt durch die Kommune, als Betreuungsangebot der Schule an die Eltern umgesetzt. Es ist in der Regel kostenpflichtig.

Aus dem Hessischen Schulgesetz:    
Betreuungsangebote nach Abs. 1 Nr. 1, die über den zeitlichen Rahmen der Stundentafel hinausgehen, führen zu einer für die Eltern zeitlich verlässlichen und mit den Aufgaben der Schule abgestimmten Betreuung. Die Schulträger können sie an den Grundschulen sowie den eigenständigen Förderschulen einrichten. Eine enge Zusammenarbeit mit Kinderhorten und freien Initiativen zur ganztägigen Betreuung von Kindern ist dabei anzustreben. Die Teilnahme an diesen Angeboten ist freiwillig.

Das Ganztagsangebot im Rahmen des hessischen Landesprogramms ist ein Bildungsangebot und daher nach Art. 59 der Hessischen Landesverfassung grundsätzlich kostenlos.

Aus dem Hessischen Schulgesetz:
Die Schule mit Ganztagsangeboten nach Abs. 1 Nr. 2 führt Ganztagsangebote in Zusammenarbeit mit freien Trägern, den Eltern oder qualifizierten Personen durch, die die kulturelle, soziale, sportliche, praktische, sprachliche und kognitive Entwicklung der Schülerinnen und Schüler fördern. Die Teilnahme an diesen Ganztagsangeboten ist freiwillig.
Die Ganztagsschule nach Abs. 1 Nr. 3 erweitert über die Angebote der Schulen mit Ganztagsangeboten hinaus den der Schule zur Verfügung stehenden zeitlichen Rahmen, um die pädagogischen und in Förderschulen auch sonderpädagogischen Belange ganzheitlich berücksichtigen zu können. Die Teilnahme an diesen Angeboten ist teilweise oder vollständig verpflichtend; die Entscheidung darüber trifft die Schulkonferenz.

Es gibt Schulen, die nur Angebote über die Betreute Grundschule anbieten, oder Schulen, die ihr Ganztagsangebot ausschließlich über das Landesprogramm finanzieren. Beide Angebote können jedoch durchaus auch parallel bestehen. Ist dies der Fall, müssen die Angebote explizit dem jeweiligen Programm zugewiesen werden. Die Mindeststandards an Betreuungszeiten im Landesprogramm (und somit die kostenfreien Angebote) sind in der Richtlinie für ganztägig arbeitende Schulen geregelt.

Richtlinie für ganztägig arbeitende Schulen in Hessen nach § 15 Hessisches Schulgesetz, Erlass vom 01.11.2011 (Quelle: HKM)

Informieren Sie sich an den Schulen und beim Schulträger genau über das dortige Angebot und etwaige Kosten einer zusätzlichen Betreuung.

Hessisches Schulgesetz (Schulgesetz - HSchG -) § 15 in der Fassung vom 14. Juni 2005

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